Das sollten Sie zur Hebammen-Betreuung wissen

Eine Betreuung durch eine Hebamme ist Ihr gutes Recht: Jede Frau hat Anspruch darauf, während der Schwangerschaft, der Geburt, des Wochenbetts und der Stillzeit von einer Hebamme betreut zu werden. Damit Sie auch eine Hebamme finden, der sie vertrauen mögen und bei der Sie sich gut aufgehoben fühlen, sollten Sie einige Punkte beachten.

Wann sollte ich mit der Hebammen-Suche beginnen?

Schwangere bemühen sich am besten so früh wie möglich um eine Hebamme. Die Zahl der praktizierenden Hebammen ist in den vergangenen Jahren leider stark zurückgegangen, daher sind viele Hebammen schon über Monate im Voraus ausgebucht. Sollte auch ich Ihre Betreuung nicht mehr übernehmen können, kann ich gern Kolleginnen aus der Region empfehlen, die möglicherweise noch freie Plätze haben. Weiterhin besteht über das Internet  die Möglichkeit, nach Kolleginnen zu suchen, die möglicherweise noch freie Plätze haben. Nutzen Sie einfach das Angebot der Hebammenzentrale der Region Hannover, dort haben Sie die Möglichkeit, nach Hebammen mit freien Betreuungskapazitäten in der näheren Umgebung zu suchen. Schwangere, die Schwierigkeiten haben, eine Hebamme zu finden, sollten dies möglichst in der „Landkarte der Unterversorgung“ dokumentieren. Mit diesem Internetangebot bemüht sich der Deutsche Hebammenverband den Druck auf die politischen Entscheider zu erhöhen, etwas an der Hebammenunterversorgung in Deutschland zu ändern.

Kann ich meine Hebamme erst einmal kennenlernen?

Die Begleitung durch eine Hebamme in der Schwangerschaft und im Wochenbett ist etwas sehr Intimes und Persönliches. Natürlich setzt das gegenseitige Sympathie voraus. Haben Sie Interesse an der Betreuung durch eine Hebamme, dann vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch. Während diesem können Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen.  Bitte vereinbaren Sie nicht mehrere Erstgespräche mit unterschiedlichen Hebammen gleichzeitig, das erschwert anderen Schwangeren die Hebammensuche. Bitte beachten Sie auch: Die Krankenkassen zahlen je Schwangerschaft lediglich ein Erstgespräch. Weitere Erstgespräche müssen daher privat in Rechnung gestellt werden. In der Regel sind die meisten Frauen allerdings mit der Hebamme Ihrer ersten Wahl sehr zufrieden…

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Die grundsätzlichen Leistungen Ihrer Hebamme werden von der Krankenkasse übernommen. Einige Krankenkassen leisten sogar mehr und erstatten ganz beziehungsweise teilweise zusätzliche Hebammenleistungen wie zum Beispiel Geburtsvorbereitungskurse für den Partner/die Partnerin oder PEKiP-Angebote. Was genau Ihre Kasse übernimmt, erfragen Sie bitte bei Ihrer Kasse. Auch privat Krankenversicherte sollten sich bei ihrem Versicherer erkundigen, welche Leistungen übernommen werden.

Wann besuche ich einen Geburts­vorbereitungs­kurs?

Im Prinzip besteht mit dem Geburtsvorbereitungskurs keine Eile. Er sollte zwischen der 28.  und 30. Schwangerschaftswoche begonnen werden und etwa vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin enden. Dennoch sollte ein solcher Kurs möglichst früh gebucht werden, denn sie sind oft sehr schnell ausgebucht. Die Kosten für einen Kurs werden für die werdende Mutter von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Geburtsvorbereitungskurs von einer Hebamme geleitet wird. Nimmt der Partner oder die Partnerin an dem Kurs teil, müssen diese Kosten in den meisten Fällen privat getragen werden. Erkundigen Sie sich dazu bitte bei der Krankenkasse ihres Partners/ihrer Partnerin.

Wie finde ich für mich den passenden Geburtsort?

Den richtigen Geburtsort zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Leider gibt es dafür auch kein Patentrezept, denn jede werdende Mutter hat ihre ganz persönlichen Wünsche an den Geburtsort. Die eine möchte die medizinische Sicherheit einer Klinik, eine andere zieht die fürsorgliche und persönlichere Betreuung in einem Geburtshaus vor. Unabhängig von Ihren persönlichen Vorstellungen sollten Sie die Informationsangebote der unterschiedlichen Kliniken und Geburtshäuser nutzen. Die meisten Einrichtungen veranstalten regelmäßig Informationsabende, bei denen die behandelnden Hebammen und Ärzte vorgestellt werden. Dort können Sie sich gut einen ersten Eindruck verschaffen. Darüber hinaus sollten Sie sich in jedem Fall von Ihrer Hebamme beraten lassen, denn diese kennt die Vor- und Nachteile der einzelnen Geburtsorte am besten und kann bei der Beratung Ihre individuellen und persönlichen Bedürfnisse und Belange berücksichtigen.

Wann beginne ich mit einem Rückbildungskurs?

Geben Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit, damit er sich von der Geburt erholen kann. Mindestens sechs bis acht Wochen sollten nach der Geburt vergangen sein, bevor sie mit der Rückbildung beginnen.  Nach einem Kaiserschnitt sollten Frauen etwa zwölf Wochen warten, bevor sie mit der Rückbildung beginnen. Bei der Rückbildung geht es darum, Beckenboden und Bauchmuskulatur wieder fit zu machen. Beide sind während der Schwangerschaft stark beansprucht worden. Mit welchen Übungen Sie Beckenboden und Bauchmuskeln wieder in Form bringen, erfahren Sie am besten bei einem Rückbildungskurs, der von Hebammen angeboten wird. Einige dieser Kurse können mit dem Neugeborenen besucht werden, andere Kurse konzentrieren sich ausschließlich auf Übungen für die Mütter. Die Kosten für einen Rückbildungskurs trägt die Krankenkasse.